Sozialpräventive #Fanarbeit

Module Fanarbeit Österreich

Prävention durch Dialog

Prävention durch Empowerment

Prävention durch Bildung

Was steckt hinter dem Begriff sozialpräventive Fanarbeit?

Sozialpräventive Fanarbeit ist der Versuch einen übergeordneten Begriff im Bereich der Arbeit mit Fußballfans auf europäischer Ebene zu definieren. Dieser soll Ansätze der Fanarbeit in Europa vereinen, die als Fanprojektarbeit, Sozialarbeit mit Fußballfans, Fanarbeit oder sozioprofessionelle Fanarbeit benannt werden und von Land zu Land Stadt zu Stadt oder auch Verein zu Verein variieren können.

Gemeinsam ist allen die Arbeit in der Lebenswelt der Fußballfans. Fanszenen als subkulturelle Jugendgruppen orientieren sich an örtlichen Gegebenheiten und den Traditionen des jeweiligen Vereins und der Stadt.

Grundsätze

Grundsätze sind Freiwilligkeit, kritische Parteilichkeit und Anonymität basierend auf Vertrauen und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Fans. Voraussetzung für eine Arbeit mit Fußballfans ist ein offener Zugang zu diesen. Begriffe wie offene Gesellschaft, Selbständigkeit oder Kommunikation spielen eine große Rolle. Es geht um die Partizipation Jugendlicher und den Dialog mit diesen. Sozialpräventive Fanarbeit ist Kommunikations- und Vermittlungsarbeit.

Sozialpräventive Fanarbeit basiert auf der Erkenntnis, dass gewalttätigem Verhalten jugendlicher Fußballfans nicht allein mit repressiven Maßnahmen begegnet werden kann. Eine Pauschalisierung sozialpräventiver Fanarbeit ist jedoch nicht möglich und es ist klar festzuhalten: Die Arbeit mit Fußballfans muss an regionale Besonderheiten angepasst sein. Fanarbeit ist eng an die Nähe zur Klientel gebunden. Die Fans werden an ihren Orten, zu ihren Bedingungen aufgesucht und die einzelne Person wird in ihren gesamten Lebenszusammenhängen gesehen.

Methoden

Methoden sozialpräventiver Fanarbeit sind auf die jeweiligen Bedürfnisse der Fankultur und deren Besonderheiten abzustimmen.

• Gezielte jugendspezifische Angebote und freizeitpädagogische Angebote für Fans

• Veranstaltungen wie Workshops, Diskussionsrunden und Aktivitäten rund um nationale und internationale Fankultur

• Öffentlichkeits-, Vermittlungs- und Lobbyarbeit

• Einzelfallhilfe und Unterstützung in Rechtsfragen und/sowie in schwierigen Lebenssituationen (Stadionverbote, Anzeigen,…)

• Spielbegleitung zu den Heim- und Auswärtsspielen inkl. Vermittlungsarbeit zwischen den verschiedenen Akteur_innen (Fans, Verein, Polizei, Ordner_innendienste, Sicherheitsdienste)

• Thematisierung von Problemen wie Gewalt und Diskriminierung und Alternativmodelle erfahrbar zu machen

Ziele

• Stärkung von Fanrechten und Förderung einer aktiven, vielfältigen und positiven Fankultur

• Förderung von Selbstbestimmung und Mitsprache

• Förderung demokratischer Partizipation und Dialog auf Augenhöhe zwischen relevanten Akteur_innen (Fans, Verein, Exekutive, Bundesliga)

• Vernetzung und Aufbau von Partnerschaften mit relevanten Akteur_innen

• Förderung von Mädchen- und Frauenarbeit, um weibliche Fans in der Fanszene zu stärken

• Hinführung zu gewaltfreien Konfliktlösungen und Abbau von Feindbildern

• Prävention von selbst- und fremdschädigenden Verhalten